Schwanger nach Kinderwunsch & Geburtsbericht mit Doulabegleitung

Tinas Leidensweg ist lang – sie und ihr Mann haben einen langen Kinderwunsch und werden nur mithilfe von künstlicher Befruchtung schwanger. Als sich schlussendlich endlich eine intakte Schwangerschaft bei ihr einstellt sind alle unendlich erleichtert.

Tina hat während des Corona-Lockdowns geboren und sich gegen eine Doula-Begleitung entschieden, da zu diesem Zeitpunkt fraglich war, ob sie eine Begleitung mit zur Geburt nehmen darf.

Ich möchte dir anhand ihres Geburtsberichtes zeigen, wie meine Begleitung und Unterstützung hätte aussehen können und was die Aufgaben einer Doula sein können (für alle die, die sich nicht allzu viel unter einer solchen Begleitung vorstellen können.

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Alexandra Timm Doula-Geburtsbegleiterin

Tinas Kinderwunsch-Vorgeschichte und Schwangerschaft

Tina hat eine sehr unkomplizierte Schwangerschaft erleben dürfen, nachdem sie und ihr Partner einen langen Leidensweg hinter sich gebracht haben, der eine extrem lange Kinderwunschzeit und auch -behandlung von fast 10 Jahren, sowie mehrere Fehlgeburten und Komplikationen mit sich gebracht hat. Tina ist zum Zeitpunkt der Geburt ihres ersten lebenden Kindes nach der Kinderwunsch-Zeit und mehreren Fehlgeburten 38 Jahre alt. 

Tina ist von sehr schmaler Konstitution und es wundert nie jemanden, dass sie auch in der späten Schwangerschaft nur einen sehr kleinen Schwangerenbauch hat. Alle Untersuchungen, das Organscreening in der 22. Schwangerschaftswoche, die gesetzlich vorgesehenen Ultraschalluntersuchungen, sind stets unauffällig und das Baby entwickelt sich laut Ärzten normal, Größe und Gewicht liegen stets innerhalb der Percentile, Tina nimmt unter 10 kg an Gewicht während der Schwangerschaft zu. 

Der errechnete Geburtstermin ist der 15.3. – ein Datum, das zwar wegen der Kinderwunsch-Behandlung relativ sicher zu errechnen ist, aber trotzdem macht es mehr Sinn, einen Geburtszeitraum anzugeben, welcher die beiden Wochen vor dem errechneten Termin (ET) umfassen und als auch die beiden Wochen danach.

Der Abend vor der Geburt

Zwei Wochen vor diesem Termin feiert sie mit ihrem Mann seinen Geburtstag, alles ist total unauffällig, Tina merkt nichts von einer anstehenden Geburt, sie hat keine Wellen, alles ist ruhig. Sie verbringen einen schönen Abend im Kreise ihrer Freunde und Familie und gehen gegen Mitternacht schlafen. 

Um drei Uhr morgens wird sie wach, sie weiß nicht genau wieso und weshalb, aber just in diesem Moment hat sie einen Blasensprung, sie ist sich unsicher, ob es wirklich ein Blasensprung ist, hat ja noch nie einen Blasensprung erlebt und geht zur Toilette.

Ihr Frauenarzt hatte ihr beim letzten Termin gesagt, das Köpfchen befände sich noch nicht fest im Becken und im Falle eines Blasensprungs solle sie sich nur zügig ins Krankenhaus begeben, müsse aber nicht liegend transportiert werden.

Aufgrund der damals herrschenden Corona-Infektionslage konnte sie sich vorab in keinem Krankenhaus in der näheren Umgebung offiziell anmelden und muss drei potentielle Häuser anrufen, bevor sie die telefonische Zusage erhält, dass sie in ein Krankenhaus aufgenommen werden kann, das eine Stunde Fahrtzeit entfernt von ihrem Zuhause liegt. 

Nachdem das abgeklärt ist geht sie noch schnell duschen, weil sie nicht weiß, wann sie das nächste Mal nochmal dazu kommen wird; um 4:30 Uhr kommen sie im Krankenhaus an. Dieses Krankenhaus hat einen Hebammenkreißsaal, sie darf jedoch aufgrund von Komplikationen bei einer vorherigen Ausschabung keine hebammengeleitete Geburt erleben, sondern wird von den gleichen Hebammen betreut, aber eben im regulären Kreissaal unter zusätzlicher ärztlicher Aufsicht. 

Doula-Begleitung während der Latenzphase

Zum Zeitpunkt der Ankunft verspürt sie keine Wellen und es können auch auf dem CTG keine Wehen festgestellt werden. Bei der Ankunft im Krankenhaus wird sie etwas unherzlich begrüßt mit der Frage, warum sie sich kein Krankenhaus in der Nähe ihres Wohnorts ausgesucht habe. Wäre ich als Doulabegleitung dabei gewesen, hätte ich an dieser Stelle der werdenden Mama auf jeden Fall diese Kommunikation mit dem Personal ersparen wollen. Eine Erstgebärende, unsichere Mama, die gerade einen Fahrtweg von einer Stunde hinter sich hat und außerdem zwei Wochen vor ET ist und zudem eine extrem komplizierte Kinderwunsch-Vorgeschichte mit sich bringt, darf nicht noch zusätzlich verunsichert werden.

Ein weiterer Punkt, der zur Verunsicherung der Eltern beiträgt ist die nun folgende Eingangsuntersuchung im Krankenhaus, denn das Baby wird vermessen und sehr klein geschätzt, es wird ausgesprochen, dass es maximal 2500g wiegen wird und die Eltern werden gefragt, ob dieser Faktor denn in keiner der vorangegangenen Untersuchungen aufgefallen wäre, was sie verneinen. 

Um 6.30 Uhr wird Tina auf ihr Zimmer aufgenommen, ihr Partner muss nach Hause fahren, er darf erst wieder zur Geburt mit dazu kommen. Ich hätte als durchgeimpfte Doula natürlich versucht zu erwirken, entweder mit dabei zu bleiben, oder aber wäre dann in der näheren Umgebung geblieben. Wir haben einen Camper, mit dem wäre ich angereist und hätte es mir dann auf dem Klinikparkplatz gemütlich gemacht. Außerdem hätte ich mich ihr virtuell zugeschaltet per Skype, Zoom oder WhatsApp-Video.

An diesem Tag ereignet sich bis auf regelmäßige CTG-Kontrollen, Schlafen und Treppensteigen nicht allzu viel. 

Doula-Unterstützung während der Geburt nach Kinderwunsch

Für den Folgetag wird ihre Einleitung terminiert (24h-Regel nach Blasensprung), sie erhält außerdem aufgrund des vorzeitigen Blasensprungs ein Antibiotikum. An diesem Abend wurde ihr um 19:30 Uhr zusätzlich ein Wehencocktail verabreicht (sie kann mir nicht genau sagen, was dieser beinhaltet, hätte ich sie begleitet, hätte ich natürlich in Erfahrung gebracht was da drin war).

Um 22:30 Uhr soll sie zum CTG in den Kreissaal und dort werden dann ab 22:50 Uhr Wehen aufgezeichnet. Tina hat aber leider ihre vorbereitete Kreißsaaltasche nicht dabei und sie darf sie auch nicht holen gehen (das hätte ich dann gerne übernommen). 

Tina hat also keine Verpflegung, keine Wechselsachen, nichts von dem was sie vorbereitet hat, dabei. Wieder ein zusätzlicher Verunsicherungsfaktor, der hätte vermieden werden können.

Die Wellen kommen heftig und in regelmäßigen zeitlichen Abständen von fünf Minuten. Sie halten für jeweils eine Minute an. 

Tina ist die ganze Zeit alleine, ihr gehen viele Gedanken durch den Kopf? Ist das normal? Wie soll ich das aushalten? Was passiert mir mir? Warum tut es so weh? Wann soll ich meinen Partner anrufen? All diese Fragen hätte ich ihr als Doula beantworten können und ihr somit Sorgen nehmen und die nötige Sicherheit vermitteln können.

Ab 0 Uhr erhält sie die Erlaubnis, ihren Mann anzurufen und sie darf in die Badewanne steigen.

Um 1:15 Uhr kommt ihr Mann in der Klinik an, Tina bleibt noch bis 2 Uhr in der Badewanne, da alle Kreißsäle belegt sind. Eine Schmerzlinderung verspürt sie nicht. 

Sie erbricht, die Wellen empfindet sie als unerträglich, sie ist nicht am CTG angeschlossen während sie in der Badewanne liegt. An dieser Stelle hätte ich vor allem an ihrer Seite sein können, indem ich angeboten hätte, Entspannungsmusik anzumachen, sie zu massieren, sie zu halten, ihr vielleicht ein natürlich vorher auf Verträglichkeit getestetes Duftöl entweder in die Wanne zu geben oder in einen Diffusor zu geben. Ich hätte mit ihr gemeinsam atmen können, vielleicht zwischendurch die Sorgen nehmen können, vielleicht hätte ich sie aufmuntern und auf andere Gedanken bringen können, vielleicht sogar zum Lachen, ich hätte ihr andere Positionen in der Wanne vorschlagen können und/oder sicherlich ihren engagierten und feinfühligen Mann mehr mit einbinden können.

In dieser Phase, in der sie gefühlt auf sich alleingestellt war und sich wirklich vermehrt Sorgen gemacht hat, hätte ich für sie dasein können. Vielleicht hätte ich ihr auch mal einen Kamm zur Schmerzablenkung anbieten können, einen Tee machen können, Wasser holen, andere Kleidung, einen Snack, ein Handtuch um sich zuzudecken, oder einfach nur die richtige Wohlfühltemperatur in der Wanne und im Zimmer herstellen können. Ich denke, es wäre ganz wichtig in dieser Phase gewesen, dass sie sich entspannt hätte, Zuversicht gewonnen und Kraft hätte tanken können, vielleicht auch ein wenig die Augen hätte zumachen können, statt sich nur alleine „geparkt“ in der Wanne zu fühlen. 

Um 2 Uhr verlässt Tina die Wanne und wird im Kreissaal untersucht. Der Muttermund ist auf 2-3 cm geöffnet. Hier sagt Natalie hat sie natürlich die „Regel“ im Kopf: 1 cm Öffnung pro Stunde. Zu diesem Zeitpunkt ist sie schon sehr verzweifelt, mutlos, meist alleine gelassen von der Hebamme, die Wellen sind für sie nur im Vierfüßlerstand oder im Stand zu ertragen. Ihr fehlt etwas an dem sie sich festhalten kann. Um 6 Uhr kommt eine Hebamme und sagt zu ihr nach erneuter Prüfung (und nachdem sie mal den Bügel vom Kreißbett hochgeklappt hat): „Wenn der Muttermund auf ist, dann fällt das Kind da raus, das garantiere ich Ihnen!“.

Um 6 Uhr ist Schichtwechsel und auch Ablösung der Stationsleitung und alles wird vorbereitet: die Waage, das Bettchen für’s Baby, notwendige Utensilien für die bevorstehende Geburt werden bereitgelegt. 

Der Muttermund ist vollständig eröffnet bis auf die letzte finale Wulst, die bleibt stehen. Bis 7:30 Uhr ändert sich an dieser Situation nichts. (Ich hätte an dieser Stelle vielleicht eine Veränderung der Geburtsposition vorgeschlagen. Es kann zum Beispiel helfen, an dieser Stelle im Geburtsvorgang ins Stehen zu wechseln und ein Bein auf dem Badewannenrand abzustellen. Die asymmetrische Hüfthaltung (ein Bein aufgestellt), bewirkt, dass sich das Baby einfach durch das Becken bewegen kann.

Außerdem möchte ich gerne noch mehr erfahren zum Thema Beckenpresse, denn ich denke, dass diese auch hätte von Vorteil sein können, ich bin mir nicht sicher, ob man diese als Doula anwenden darf, aber ich finde die Technik faszinierend, und man könnte es ja als Impuls auch die übrigen Geburtshelfer (Hebammen, Ärzte, …) weitergeben.

Komplikationen in der Schwangerschaft nach langer Kinderwunschzeit als Doula unterstützen

Tina ist völlig erschöpft, da sie die ganze Nacht alle drei Minuten geweht hat, am Morgen ist sie körperlich und mental am Ende, fängt an, zu hyperventilieren.
Sie erhält einen Wehenhemmer, Buscopan und ein weiteres Schmerzmittel (sie weiß nicht mehr genau welches), sie wünscht ausdrücklich keine PDA und zum jetzigen Zeitpunkt wäre es eh dafür zu spät gewesen. 

Um 7:30 Uhr bricht Hektik aus, die Herztöne des Kindes werden schlechter, es werden zunächst der Oberarzt und dann der Chefarzt hinzugerufen. 

Es wird ein Ultraschall gemacht. Die Wulst des Muttermundes war verstrichen, aber das Baby steckte fest, es ging nicht weiter.

Um 8 Uhr wird Blut am kindlichen Köpfchen entnommen, ihr wird mitgeteilt, dass spätestens um 9 Uhr eine Sectio durchgeführt wird. (Kreuzbein massiert, an Mann gehängt)

Notiz am Rande: Ab hier merkt man, wie übrigens allen anderen Gesprächen auch, wie sehr die Mamas an diesem Punkt ihrer Erzählung rückwärtig noch in Stress geraten, denn hier an dieser Stelle im Interview flippen alle drei Babys jeweils aus).

Um 9 Uhr wird ihr Baby geboren, es wird eine Saugglockengeburt mithilfe einer sogenannten Kiwi,

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Quelle: https://www.medicalexpo.de/prod/laborie/product-69078-1030683.html

die zweimal angesetzt werden muss. Tina muss auf dem Rücken liegen, ihre Beine werden von ihrem Mann und dem Chefarzt hochgehalten und das wollte sie auf gar keinen Fall, aber es geht nicht mehr anders. Eine Hebamme kristellert sie mit der Hand, natürlich muss sie für alles ihre Einverständnis geben, ich weiß aber aus eigener Erfahrung, dass man das natürlich in diesem Moment auch tut. Man macht alles was sie einem in diesem Moment sagen. 

Am Schluss hat Tina keine Wehen mehr, deswegen wird sie kristellert, ihr Gesicht ist im Anschluss an die Geburt mit Hämatomen übersäht, sie muss während eines Atemzugs dreimal pressen ohne Luft entweichen zu lassen, während der letzten beiden Presswehen wird sie bewusstlos. Dann wird das Köpfchen geboren, Tina wird wieder wach vom Schmerzempfinden während das Köpfchen den „Ring of Fire“ passiert, der restliche Körper wird ohne Wellen geboren. 

 Folgende Maßnahmen empfiehlt Hebamme Jana Friedrich bezüglich des Heraustreten des Köpfchens während der Passage des „Ring of Fire“: 

– Natürlichen Pressdrang abwarten

– Kein Power-Pressen

– „Kerzen auspusten“ oder Zuggeräusch imitieren

– Auf’s Baby freuen

– Köpfchen anfassen oder anschauen

– Warmer Waschlappen auf den Damm

Auch die Plazenta muss später operativ geboren werden, da Tinas Gebärmutter keine Wellen mehr produziert, vorher wurde die Nabelschnur auspulsieren lassen und sie muss in eine leere Flasche pusten, aber nichts hilft. Sie kann sich nicht erinnern, ob ihr ein Oxytocin-Tropf angehängt wird. 

Ihr wird ein Bakriballon in die Gebärmutter eingesetzt, welcher nach 24h wieder gezogen wird. 

Die Kleine wiegt 2380g und bekommt eine Gelbsucht. Die Abdrücke der Kiwi sind nach zwei Stunden vom kindlichen Köpfchen verschwunden. 

Da mich der Bakri-Ballon und seine Funktionsweise interessiert haben, habe ich an dieser Stelle eine Abbildung des Bakri-Ballons und auch eine Abbildung über dessen Einführung, Positionierung und Verschluss angefügt: 

Tina wird muss mit zwei Stichen genäht werden, aber Anlegen und Stillen funktionieren von Anfang an gut.

Mein Fazit als Doula – Ende gut alles gut nach langer Kinderwunsch-Zeit?!

Tina hat eine sehr traumatisierte Zeit mit mehreren Fehlgeburten und einer intensiven Kinderwunsch-Zeit hinter sich. Sie hätte mit ziemlicher Sicherheit eine entspanntere und selbstbestimmtere Geburt erfahren können, wenn sie nicht in weiten Teilen auf sich alleine gestellt gewesen wäre. Gerade als Erstgebärende und nach jahrelangem Kinderwunsch fehlt ein gewisser Erfahrungsschatz und oft auch das Vertrauen in den eigenen Körper. Was mich aber vor allen Dingen traurig macht ist Tinas Aussage, dass sie auf gar keinen Fall und aufgrund ihrer negativen Geburtserfahrung weitere Geburten erleben möchte.

Es ist nicht egal, wie wir geboren werden, weder für das Baby noch für die Mama.

Falls du dir eine Doula-Begleitung während deiner Kinderwunsch-Zeit, deiner Schwangerschaft und/oder Geburt wünscht, dann schau dir gerne hier meine Begleitangebote an. Ich freue mich, dich auf dieser spannenden Reise begleiten zu dürfen.

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